Am 2. Februar jährt sich der 175. Geburtstag des ukrainischen Röntgenerfinders Iwan (Johann) Pawlowytsch Puluj.

Der berühmte ukrainische und österreichisch-ungarische Physiker, Wissenschaftler und kulturelle Aktivist hat die "Pulujlampe" erfunden, die Röntgenstrahlen aussendet, die den modernen Röntgenstrahlen analog sind. Dies geschah 14 Jahre vor der Entdeckung von Wilhelm Röntgen. Mit dieser Lampe wurde zum ersten Mal in der Weltpraxis ein Bild des gebrochenen Arms eines 13-jährigen Jungen aufgenommen.

Im Jahr 1903 wurde die erste ukrainische Übersetzung der Bibel veröffentlicht, an der Puluj  34 Jahre lang zusammen mit dem bekannten Schriftsteller Panteleimon Kulisch und dem bekannten Schriftsteller Iwan Nechui-Lewytskyi gearbeitet hatte.

Von 1865 bis 1872 studierte Puluj zuerst Theologie (Abschluss mit Auszeichnung), dann Physik und Mathematik an der Universität Wien. 1876 wurde er Privatdozent seiner Alma Mater.

Er war der Berater vom Kaiser Franz-Joseph I. Im Jahr 1916 lehnte Puluj aus Gesundheitsgründen das Angebot ab, der österreichisch-ungarische Bildungsminister zu werden.

Interessante Fakten über Johann Puluj

  • Hat 15 Sprachen fließend gesprochen.
  • Er war der Gründer der ukrainischen Studentenbewegung in der österreichischen Hauptstadt und der Vorsitzende der ukrainische Kultur- und Öffentlichkeitsgesellschaft Sitsch in Wien, die die ukrainische Jugend und die Studentengemeinschaft vereinte. Als Professor organisierte er Stipendien für ukrainische Studenten in Österreich-Ungarn und hielt Vorlesungen für ukrainische Studenten zu verschiedenen Themen.
  • In den Jahren 1875-1876 wurde er mit einem Stipendium des österreichischen Bildungsministeriums ausgezeichnet und absolvierte ein Praktikum beim Professor August Kundt an der Universität Straßburg. Dort lernte er Röntgenstrahlen kennen und freundete sich mit Nikola Tesla an, mit dem er die Phänomene des elektronischen Stroms erforschte.
  • Als Johann Puluj in Wien lebte, vergaß er nie die Ukraine. Während des Ersten Weltkrieges schrieb er zwei grundlegende Bücher "Die Ukraine und ihre internationale Bedeutung", in denen er Europa davon überzeugte, dass die Ukraine eine Barriere zwischen den europäischen Staaten und Russland war und sein würde. In seinen Schriften nannte er die Ukraine die "Perle Europas".
  • In den letzten Jahren lebte er in Prag, wo die erste Straßenbahnlinie nach seinem Projekt  verlegt wurde.
  • Einer von drei Söhnen, Johann (Iwan), gehörte zu den ukrainischen Sitscher Schützen.
  • Die Technische Universität Ternopil wurde nach Puluj benannt.
  • Alle zwei Jahre vergibt die nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine den Puluj-Preis für Leistungen in angewandter Physik.