Iryna stammte aus Iwano-Frankiwsk und studierte an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Lemberg. Während ihres Studiums nahm sie Unterricht bei dem berühmten Opernsänger Adam Didur, Professor am Lemberger Konservatorium. 

Irynas Debüt als Opernsängerin fand 1939 auf der Bühne der Lemberger Oper mit der Party von Amneris in der „Aida“ statt. Bis 1944 war sie Solistin der Oper. 

Im Februar 1944 zog Malaniuk nach Wien, wo sie Gesang bei der renommierten Mentorin Anne Bar-Mildenburg studierte.

1945 gab Ira Malaniuk ihr Schauspieldebüt an der Grazer Oper in der Rolle der Azucena in Giuseppe Verdis Oper „Il trovatore“, nach dem der Bürgermeister ihr die Position einer Solistin der Grazer Oper anbot. 

Nach dem Ende ihrer Karriere als Sängerin unterrichtete sie als Professorin für Kammergesang an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. 

In Österreich wurde Iryna Malaniuk 1965 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. 1973 erhielt sie den „Kammersängerin“, die im deutschsprachigen Raum die höchste Auszeichnung für Opernsänger darstellt und von Königen und Kaisern für besondere Verdienste verliehen wurde. 

Interessante Fakten 

• Die Familie von Iryna Malaniuk hatte gemeinsame Wurzeln mit einer alten europäischen Adelsfamilie: Der Urgroßvater der Sängerin, Herzog de Guise, war Ende des 18. Jahrhunderts ein Anwärter auf den französischen Thron, während der Pariser Revolution zog er nach Österreich.

• Irynas Vater Osyp Malaniuk war Arzt, Oberst der ukrainischen galizischen Armee und Cousin von Solomiya Krushelnytska.

• Bis zu ihrem Lebensende betonte Iryna ihre ukrainische Abstammung und verkürzte ihren Namen sogar auf Ira, damit er nicht fälschlicherweise auf polnische (Irena) oder russische (Irina) Weise geschrieben wurde.

• Der unerwartete Triumph geschah 1951 bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth: Während der Produktion der Opern-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ stellte der renommierte Dirigent Herbert von Karayan fest, dass die Hauptdarstellerin mit Blinddarmentzündung ins Krankenhaus gebracht worden war. Es blieben noch drei Stunden bis zur Aufführung. Iryna sollte Zuschauerin sein, aber innerhalb von zwei Stunden lernte sie die Party und trat triumphierend auf. An diesem Abend unterzeichnete sie einen Vertrag mit Wieland und Wolfgang Wagner.

• Nach ihren persönlichen Angaben trat sie 270 Mal als Solistin an der Volksoper in Wien und 212 Mal als Solistin an der Wiener Staatsoper auf.

• Ira Malaniuk war Opernsängerin und Solistin an der Münchner Oper. Es war die Zeit von Malaniuks größtem Ruhm: Tournees, Aufnahmen, Opernaufführungen.

• 1957 wurde Ira Malaniuk in Deutschland der Titel "Kammersängerin" verliehen.

• 1999 gründete sie auf eigene Kosten einen Stipendienfonds für Hochschulabsolventen an der Universität Graz.