Maria-Sophia Dolnyzka (1895-1974) ist eine phänomenale ukrainische Künstlerin, eine talentierte Emailmeisterin, Erfinderin von zwei neuen Emailtechniken, die das ukrainische Email als Kunst wiederbelebt hat.

Beziehung zu der Ukraine

Maria-Sophia wurde in Lwiw geboren, wo sie ihre Kindheit und Schulzeit verbrachte. Sie besuchte das Königin-Jadwiga-Lyzeum und erhielt da unter der Leitung der talentierten ukrainischen Künstlerin Olena Kultschyzka ihre ersten künstlerischen Kenntnisse. Marias Vater, Anton Dolnyzkyj, wurde zum Richter des Obersten Gerichtshofes der österreichisch-ungarischen Monarchie in Wien ernannt. Deshalb zog die 17-jährige junge Künstlerin mit ihrer Familie in die österreichische Hauptstadt.

Erst im Alter von 23 Jahren, als sie bereits in ganz Österreich berühmt war, besuchte Maria wieder ihr Heimatland und trat dem Verband Unabhängiger Ukrainischer Künstler bei.

Beziehung zu Österreich-Ungarn/ Österreich

In Wien wurde Maria an der prestigeträchtigen Reichshochschule für Kunst (heute Universität für angewandte Kunst Wien) immatrikuliert, wo sie sieben Jahre lang unter der Betreuung von Professor Wilhelm Müller-Hofmann und dem berühmten österreichischen Maler des Expressionismus Oscar Kokoschka studierte. Im Atelier von Kokoschka arbeitete Maria auch nach dem Studienabschluss.

Die wichigsten Kenntnisse und die ersten Geheimnisse der Kunst übernahm sie von Adele von Stark, der Mitbegründerin des Österreichischen Werkbundes ( Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Handwerkern).

Maria Dolnytska übte Schaffenstätigkeit aktiv aus, arbeitete intensiv und präsentierte ihre Werke in vielen verschiedenen Ausstellungen. Ihre Emailbilder zeichneten sich nicht nur durch bildnerisch-künstlerische Qualitäten aus, sondern auch durch die kompliziertesten Techniken und die Urhebertechnologien.

Interessante Fakten

• Sie erfand neue Techniken für die Emailherstellung: Erstellung von Gestalten auf Drahtgeflecht und Schnuremail-Techniken - eine Methode, Farben ohne Verwendung von Metalpfeilchen hervorzuheben. Sie belebte die alte Technik der Enkaustik wieder, indem sie deren Lösungsmittel - Meerwasser - entdeckte.

• Ihre grafischen Vignetten schmückten den Umschlag des Wiener illustrierten Kalenders der kulturellen Organisation „Proswita“ und den Umschlag des Gedichtbandes „Unter fremden Sternen“ von Oleksandr Oles.

• Während des Studiums haben die Hochschulprofessoren ihre Arbeit, das Triptychon „Gekreuzigter Christus“, mit dem Eitelberger-Preis ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde in den vorherigen 30 Jahren nur sechsmal verliehen.

• Die erste professionelle Ausstellung fand 1926 in der „Neuen Galerie“ in Wien mit Unterstützung des Inhabers Otto Nierenstein Kallir statt. Die Ausstellung erregte öffentliche Resonanz und wurde der Beginn der europäischen Berühmtheit Anerkennung von Maria Dolnyzka. Sie nahm 1930 an der prestigeträchtigen Ausstellung „Zwei Jahrhunderte des Kunstschaffens der österreichischen Künstlerinnen“ Teil und war Mitglied des Verbands bildender Künstlerinnen in Wien.

• Die besten europäischen Fachzeitschriften wie „Deutsche Kunst“ und „Dekoration“ sowie „Kirchenkunst“ haben über Maria geschrieben und ihre Werke in ganzseitigen Formaten reproduziert.

• Ihre Nachfolgerin und Anhängerin war die ukrainische Künstlerin Jaroslawa Musyka.

• Ihr erstes Werk - das Ölbild der Heiligen Barbara von 1916 und das letzte Werk – die Gedenktafel der Akademischen Gesellschaft „Sitsch“ von 1968 - wurden für die Ukrainische griechisch-katholische St. Barbara-Kirche in Wien geschaffen, wo sie bis heute bewahrt werden.

• Viele Werke sind heute ein Teil von Museen- und Privatsammlungen Europas, der Vereinigten Staaten und Kanadas.