Serhij Bortkewytsch – ein talentierter ukrainischer Komponist, Professor, Pianist und Pädagoge. 

Bezug zu der Ukraine

Der zukünftige Komponist wurde in der Adelsfamilie des berühmten Mäzens, Eduard Bortkewytsch, in Charkiw geboren. Seine Kindheit verbrachte Serhij auf dem Familiengut im Dorf Artemiwka im Charkiw-Gebiet. Seine musikalische Grundausbildung erhielt der Junge von seiner Mutter, der talentierten Pianistin Sofia Uschynska. Nach dem Schulabschluss wollte sein Vater, dass der Sohn eine hervorragende Ausbildung bekam. Aus diesem Grund schickte er den 18-jährigen Jungen für das Jura-Studium nach St. Petersburg.

Bezug zu Österreich

Der talentierte Musiker lebte in Wien 25 Jahre lang. In der österreichischen Hauptstadt, wo sogar die Luft mit Musik durchdrungen ist, komponierte er seine meisten Musikstücke. Die Uraufführungen wurden mit Erfolg gefeiert. Seine Konzerte veranstaltete er gemeinsam mit dem berühmten niederländischen Komponisten und Pianisten Hugo van Dalen.

Ab 1945 war Bortkewytsch als Klavierlehrer an dem Wiener Konservatorium tätig. Im folgenden Jahr wurde auf Initiative von Hans Ankwicz-Kleehoven, dem Chefbibliothekar der Wiener Akademie der bildenden Künste, die Bortkewytsch-Gesellschaft gegründet. Das Ziel der Gesellschaft war es, das kreative Erbe des Komponisten zu bewahren und zu fördern.

Interessante Fakten:

• Als Kind hat Serhij von dem Gründer des Konservatoriums Charkiw, Ilja Slatin, und später von dem Klavierspieler Alfred Bensch Klavierunterricht bekommen.

• Serhij Bortkewytsch beschloss endgültig sich der Musik zu widmen, nachdem er das Konzert des Sinfonieorchesters Charkiw mit Pjotr Tchaikowski als Dirigent besucht hatte.

• Zwei Jahre lang studierte er an dem Königlichen Musikkonservatorium Leipzig (heute Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig) in den Klassen von Alfred Reisenauer (Klavier) und Salomon Jadassohn (Komposition) und absolvierte es mit Auszeichnung. Er erhielt den Robert-Schumann-Preis als der beste studierende Musiker.

• Sein künstlerisches Erbe zählt 74 Stücke auf, von denen nur 58 erhalten sind: die Oper „Akrobaten“, zwei Sinfonien, drei Orchestersuiten, alle anderen sind Stücke für Instrumentalkonzerte, sowie für Kammer- und Vokalmusik. Die restlichen Werke von Bortkewytsch warten noch auf ihren Forscher.

• Serhij Bortkewytsch komponierte speziell für den österreichischen Pianisten Paul Wittgenstein, der seine rechte Hand im Ersten Weltkrieg verlor, zwei Stücke die nur mit der Linken gespielt werden. Diese sind ein Klavierkonzert und Russische Rhapsodie für Klavier mit Orchester.

• Das unübertroffene Konzert fand 1927 im Großen Saal der Wiener Musikvereins statt, bei dem Bortkewytsch die Wiener Symphoniker dirigierte.

• 1937, anlässlich des 60. Geburtstages von Bortkewytsch, spielten die Wiener Symphoniker unter seiner Leitung erstmals Musik für die Oper „Akrobaten“. Die Solisten waren Maria Winkler-Fialko (Sopran), Gerda Redlich (Bratsche), Albert Feller (Tenor) und Otto Staeren (Bass). Die Oper wurde im Wiener Rundfunk ausgestrahlt.

• Vom Österreichischen Olympischen Comité erhielt er den ersten Preis für das Werk "Olympisches Scherzo", das den Olympischen Sommerspielen 1948 in London gewidmet war.

• In Wien lebte er lange Zeit in der Blechturmgasse 1/5 im 4. Bezirk.

• Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben: Gruppe 30A, Reihe 3, Grab №5, das bis heute erhalten ist.